Tipps rund um die Kitzbüheler Alpen

Text Diana Schmid & Bild Andreas Meyer
Geschichten

MTB Guide Michael Küchl im Interview

Unweit der eleganten Stadt Kitzbühel erstreckt sich das Brixental mit Brixen im Thale, Kirchberg und Westendorf. In der Erholungs- und Genussregion geht es entspannt und ungezwungener zu, es herrscht eine heiter-lockere Grundstimmung. Sanfte Grasberge und weitläufige Almgebiete laden zum Biken ein und bieten traumhafte Ausblicke auf die Bergwelt zwischen Wildem Kaiser, Kitzbüheler Horn und Hoher Salve.

Aus der Bike Region Kitzbüheler Alpen

Familien und Genießer, Tourenfahrer und Enduristen erleben hier alpine Naturlandschaft

Mit unberührten Seitentälern und blühenden Almen. Ermöglicht wird dies durch ein schier endloses Netz von über 800 Kilometern Trails und beschilderten Rad- und Mountainbike-Routen. Highlights sind schmale Pfade wie der Sun Trail auf der Sonnenseite von Brixen im Thale, gebaut für jene, die es flowig mögen und deshalb auch für Familien und Gelegenheitsmountainbiker perfekt geeignet. Einen Großteil der Auffahrt kann man mit der Gondelbahn Hochbrixen absolvieren, wo man um den Bergerlebnispark „Filzalmsee“ zahlreiche Berggasthöfe, Bademöglichkeiten, Kneipp-Anlagen und Themenwege entdecken kann.
Im beschaulichen Klausen, einem Ortsteil Kirchbergs, treffen wir Michael Küchl. Er ist in den Kitzbüheler Alpen aufgewachsen und zählt zu den Bike-Pionieren der Region. Als ausgebildeter Bike-Guide gibt Michael sein Wissen über die Region und seine Erfahrung als passionierter Mountainbiker gern an seine Gäste weiter.

Wo im Winter die Skifahrer wedeln, schlängeln sich im Sommer schöne Trails

Die Rotwandalm in der Windau. Nachdem man sich bei Carol gestärkt hat, lockt das 2.444 m hohe Kröndlhorn als höchster Gipfel der Region und lohnendes Wanderziel mit imposanter Aussicht.

Typisch für Tiroler Almen sind die Speck- und Kasknödelsuppe.

Eine Tour ohne Hütteneinkehr ist einfach nicht perfekt - Jause auf der Rotwandhütte.

Durch das Windautal bei Westendorf ins Pinzgauer Trattenbachtal - an der Filzenscharte kann man schon die faszinierenden Hohen Tauern erspähen.

Durch den Wald geht es ab in das Tal.

Diana Schmid: Hallo Michael, der Tiroler Bergsommer lockt immer mehr Gäste in die Kitzbüheler Alpen. Die Gästezahlen im Brixental während der Sommersaison nehmen stetig zu. Welche Rolle spielt dabei der Mountainbike-Tourismus?

Michael Köchl: Vor fünf bis zehn Jahren gab es noch die klassischen Gruppen „Wanderer“ und „Biker“, welche sich oft nicht gut verstanden haben. Heute verschwimmen die Gästegruppen immer mehr und der Wanderer geht genauso zum Biken. Das große Geheimnis dahinter ist natürlich das E-Bike – man sagt, es macht die Berge flach und somit für jedermann erlebbar. Früher war das schwieriger, denn viele Touren haben um die 1.000 Höhenmeter, dafür muss man mit dem „normalen“ Bike schon das ganze Jahr trainieren. Bei unserer gestressten Gesellschaft heutzutage fehlt dazu oftmals die Zeit. Da ist das E-Mountainbike ein „Wahnsinnsgerät“, um dies auszugleichen. Doch auch insgesamt entdeckt man den Urlaub in den Bergen und der Natur wieder mehr.

Diana Schmid: Wo ist dein Lieblingsplatz im Brixental? Mit welchem Bike machst du dich auf den Weg dorthin: Hardtail, Enduro oder E-Bike?

Michael Köchl: Mein Lieblingsplatz ist am Reinkarsee, der in Westendorf unterhalb vom Kröndlhorn liegt. Als begeisterter Schafzüchter halte ich Walliser Schwarznasenschafe, die es sich im Sommer genau da auf der Alm gut gehen lassen. Alle zehn bis 14 Tage fahre ich zu meinen Schützlingen, für mich ein super Ausgleich und mit dem E-Bike eine entspannte Tour bis an die Rotwandalm im Windautal. Dort kann man sich mit hausgemachtem Käse, Kaspressknödeln oder einem Glas Buttermilch mit frisch gepflückten Preiselbeeren stärken und den Blick über das Windautal genießen. Weiter geht es über einen mittelschwierigen Bergsteig ca. zwei Stunden zu Fuß – das Bike bleibt natürlich unten. Man findet Traumpanoramen und wird mit einem landschaftlich wunderschönen Auf- und Abstieg belohnt.

Diana Schmid: Welche Hütte empfiehlst du uns für eine Stärkung? Gibt es eine regionale Spezialität, die wir unbedingt probieren müssen?

Michael Köchl: Eine ausgezeichnete Hütte ist der Gasthof Ruetzen am Sonnberg. Am besten probiert man dort den „Moosbeer-Schmarrn“ (Heidelbeer-Schmarrn). Der ist der Wahnsinn. Den gibt’s nicht überall und wird hier mit selbstgepflückten Heidelbeeren zubereitet.

Diana Schmid: Zahlreiche MTB- und Radwanderwege, einfache wie knackige Trails findet man im Tiroler Brixental. Hinzu kommt ein großes Netz an E-Bike Verleih- und Akkuladestationen. Was ist deine Tour-Empfehlung für weniger sportliche Biker oder Familien mit Kindern?

Michael Köchl: Das perfekte Ausflugsziel für Familien und Genuss-Biker ist das Spertental. Von Kirchberg führt ein Radweg ca. neun Kilometer und 200 Höhenmeter entlang der Aschauer Ache ins Örtchen Aschau. Dort bietet sich die Kneippanlage und ein Abenteuerspielplatz für eine Rast an. Wer nicht genug hat, radelt weiter zur gemütlichen Klooalm, wo man gut einkehren kann. Das sind weitere drei Kilometer und 150 Höhenmeter. Die schöne Almlandschaft und der moderate Anstieg sind auch für weniger trainierte Biker gut machbar.

Diana Schmid: Was empfiehlst du ambitionierten Tourenfahrern und/oder Enduristen?

Michael Köchl: Ambitionierte Tourenbiker sollten auf „Bike Safari Tour“ gehen – eine Ganztagestour rund um das Kitzbüheler Skigebiet. Von Kirchberg führt sie über Kitzbühel nach Jochberg und von dort über das Stangenjoch nach Aschau und wieder zurück nach Kirchberg. Die Runde bietet ein traumhaftes Panorama und verläuft auf über 60 Kilometern und 1.500 Höhenmetern überwiegend auf Schotterwegen und ein paar netten Trails am Stangenjoch. Enduro-Biker werden den Fleckalm-Trail lieben – mit sieben Kilometern Streckenlänge und 1.100 Tiefenmetern einer der längsten Singletrails in Tirol. Dieser verlangt Bikern sowohl einiges an Kondition als auch Fahrtechnik ab. Der durchaus anspruchsvolle Trail ist Teil der KitzAlpBike und der Mountainbike Marathon WM-Strecke. Wer sich die rund 1.000 Höhenmeter Uphill sparen möchte, sollte in Kirchberg die Fleckalmbahn nutzen. 

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