Interview mit den Leoganger Bergbahnen

Text Mirjam Milad Bild Andreas Meyer
Geschichten

Geschäftsführer Kornel Grundner

Der Bikepark Leogang wurde 2001 als erster Bikepark Österreichs gegründet. Kornel Grundner arbeitet schon seit mehr als 20 Jahren für die Leoganger Bergbahnen; seit 2013 ist er ihr Geschäftsführer.

Interview mit dem Geschäftsführer der Leoganger Bergbahnen_Kornel Grundner

Kornel Grundner Bild privat Archiv

Mirjam Milad: Kornel, spielte Mountainbiken in der Region schon vor Gründung des Bikeparks eine Rolle?

Kornel Grundner: Ja, aber vor allem im Tourenbereich. Der Bikepark sollte sozusagen Pfeilspitze des ganzen Angebots sein, um über den Park auch das Tourenfahren zu bewerben. Was dann in den ersten Jahren allerdings ziemlich auseinandergedriftet ist. Da hat sich die Gravity-Szene in die eine und die Touren- und Enduro-Szene in die andere Richtung entwickelt. Also ist damals unser Plan nicht wirklich aufgegangen, und deshalb haben wir uns als Bikepark Leogang auch speziell auf die Gravity-Szene gestürzt. Man sieht jetzt in den letzten Jahren, dass mehr zusammenwächst, was früher etwas weiter auseinander war.

Mirjam Milad: Wie habt ihr auf die sich ändernden Ansprüche der Biker reagiert?

Kornel Grundner: Ganz am Anfang waren die Leoganger Bergbahnen Errichter und Erhalter der Strecken, und das haben unsere Liftmitarbeiter nach bestem Wissen und Gewissen gemacht. Aber wir haben relativ schnell gemerkt, dass man, wenn man den Sport nicht selber betreibt, nicht die richtige Streckenführung schafft; dass man sie also nicht interessant genug macht. Und daher haben wir 2004 umgestellt. Die Jungs vom Snowpark am Asitz sind unsere Shaper geworden, haben sich selbstständig gemacht, und da haben wir dann auch im Streckenbau gute Fortschritte gemacht. Und jetzt hat man gemeinsam mit dem Angebot von Saalbach Hinterglemm und den alten und neuen Trails in Leogang ein super Produkt. Genau in diese Richtung wollen wir uns weiterentwickeln.

Interview mit dem Geschäftsführer der Leoganger Bergbahnen
Interview mit dem Geschäftsführer der Leoganger Bergbahnen

Mirjam Milad: Flowtrails sind sehr beliebt, könnten aber auch eine Nivellierung der regionalen Besonderheiten bewirken, wenn sie überall und ausschließlich gebaut werden. Was haltet ihr dagegen?

Kornel Grundner: Wir haben 2001 mit relativ schweren Strecken begonnen und damit eine ganz eigene Community angesprochen. Aber genau das wollen wir auch: die Bike-Community. Aber die wird natürlich immer breiter. Wir haben den Anspruch, in die Bike-Community zu gehen, was auch heißt, Trails für jene zu bauen, die Interesse an diesem Sport haben, die ein Fahrtechniktraining machen, sich damit auseinandersetzen. Und denen bieten wir diese Vielfalt mit den verschiedenen Trails und verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Da hatten wir in der Vergangenheit eher das Problem, dass der Sprung vom Übungsgelände zur Strecke am Berg ein zu großer war. Mit der Steinberg Line by Fox haben wir jetzt den idealen Übergang, denke ich. Bei ihr wurde genau darauf geachtet, dass keine Abstürze drinnen sind und auch Beginner durchrollen können. Die Steinberg Line ist genau so geworden, wie wir uns das vorgestellt haben. So, dass ein guter Fahrer über die Dynamik und den Streckenverlauf Spaß hat, aber auch eine Familie gemeinsam den Trail genießen kann. Da darf ich auch ein großes Lob an unsere Shaper aussprechen.

Mirjam Milad: Ihr habt die Vision, beste Mountainbike-Region in ganz Europa zu werden. Welche Pläne habt ihr denn für die nächsten Jahre?

Kornel Grundner: Spaß am Sport vermitteln, aber auch Sicherheit geben. Unsere Philosophie besagt, dass Mountainbiken eine Sportart für die ganze Familie ist. Und deswegen braucht es unterschiedliche Strecken und Schwierigkeitsgerade – damit man sich weiterentwickeln kann. Hätte man jetzt nur Flowtrails, würden die auch irgendwann langweilig und die technische Herausforderung ist vielleicht nur noch über Geschwindigkeit zu erreichen. Wir sehen, dass es besser ist, wenn die Geschwindigkeiten nicht so hoch sind und es trotzdem Spaß macht. Wir wollen auch die Zusammenarbeit mit Saalbach Hinterglemm verstärken, weil ich überzeugt bin, dass wir zusammen die beste Bikeregion sind.

Mirjam Milad: Gerade arbeitet ihr als Teil einer Arbeitsgruppe an einem österreichweit einheitlichen Konzept zur Bewertung der Schwierigkeit von Bikeparks. Was steckt genau dahinter?

Kornel Grundner: Das Mountainbiken hat sich in den letzten 20 Jahren sehr, sehr positiv entwickelt, aber es gibt rechtlich keine Richtlinien, die besagen, was eine schwierige und was eine einfache Strecke ist. Wie kann ich also dem Kunden die Gewissheit geben, dass das eine Strecke für ihn ist und er nicht überfordert ist? Genau daran arbeiten wir jetzt seit über einem Jahr. Das geht von Austrian Standards aus, der sozusagen Normungsbehörde von Österreich. Die neue Richtlinie wird vergleichbar sein mit der Klassifizierung von Skipisten, wo auch Breiten, Absturzhöhen, Sprünge usw. mit eingearbeitet werden. Und: Alle Bike-Strecken im Parkbereich sollen zukünftig in ganz Österreich einheitlich beschildert sein.

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