Ein mtb Wochenende in Davos

Text Norman Bielig Bild Andreas Meyer
Geschichten

Ein mtb Wochenende in Davos

Davos ist umgeben von den großen Alpenpässen der Schweiz. Ob es an dieser besonderen Lage oder an den Menschen liegt, dass der Austausch mit dem Rest der Schweiz, Europas und der Welt so innig ist, wissen wir nicht. Spannend ist es allemal zu sehen, dass in Davos Ideen und Innovationen geboren werden, die ausstrahlen.

Aus der MTB Region Davos Klosters

MTB-Innovationen made in Davos
Vor mehreren Jahren schon etablierte die Destination Davos Klosters in Kooperation mit den Bergbahnen bzw. die Gemeinde eine eigene Trail-Crew. Sie baut, pflegt oder renaturiert Wander- und Bikewege und sorgt so für Akzeptanz und Verständnis auf beiden Seiten. Das Schweizer Ride Magazin hat seine Wurzeln und seinen Standort noch immer in Davos – ebenso wie die Schweizer Singletrailmaps und der Schweizer Ride-Kongress, der einmal im Jahr die gesamte Szene, Politik und Tourismus vernetzt. Innovative und einfach erlebnisreiche Touren wie die Bahnentour entstanden in Davos. Es scheint eine Wechselwirkung aus Mensch und Landschaft zu sein, die für diese Form von Innovation und Inspiration sorgt. Ein Grund mehr für uns, erneut auf die Davoser Berge aufzusteigen, um neue Wege zu finden – abenteuerliche und erlebnisreiche.

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Im Frühling liegt in den Davoser Nordhängen noch Schnee, was die Eindrücke noch intensiver macht.

Auf den Spuren vom Swiss Epic
Bei unseren letzten beiden Besuchen entdeckten wir schon die Weitläufigkeit des Gebietes. Vor allem dank Bergbahnen, Rhätischer Bahn und Bike Shuttle-Taxi kann man sich als Planungsenthusiast stundenlang mit der perfekten Tour auseinandersetzen – für mich ein Traum. Alle anderen können aber auch einfach auf die fantastisch ausgearbeiteten Touren der Regionen zurückgreifen. Bei unserem ersten Besuch fuhren wir den Alps Epic Trail – einen von nur drei von der IMBA (International Mountain Bike Association) ausgezeichneten Epic Trails der Alpen. 40 Kilometer Trailvergnügen auf dem Höhenweg im Landwassertal – ein absolutes Muss, wenn man noch nie in Davos war.
Diesmal haben wir eine Zwei Tages-Tour zur Grialetschhütte hoch am ersten, und hinunter über den Scaletta- und Sertigpass nach Davos am zweiten Tag geplant: alles mögliche Strecken des Swiss Epic-Mehretappenrennen ab 2019. Die Stimmung ist mystisch und so starten wir erwartungsfroh in unser kleines Bike&Hike-Abenteuer. Auf dem Parkplatz vom Berggasthaus Dürrboden im Dischmatal lassen wir den Blick über die Karte schweifen, auch wenn die dramatisch in den Bergflanken hängenden Wolken unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Der Aufstieg vergeht wie im Flug. Haben wir uns doch, solange es die Luft hergibt, Geschichten zu erzählen. Geschichten wie die von meinem letzten Besuch, als wir am Nachmittag noch mit der letzten Bahn aufs Jakobshorn fuhren. Wir platzierten uns auf einem Nebengipfel, um das Panorama noch ein wenig zu genießen, da sprachen uns zwei Locals an. Sie erzählten uns von ihren Lieblingstrails und den Skitourenmöglichkeiten im Winter. Bei diesen Themen war das Eis schnell gebrochen und sie boten uns an, mit ihnen gemeinsam ins Tal zu fahren – sie könnten uns noch Trails zeigen. Im Talboden angekommen rollten wir gemeinsam ans Bad am See und ließen den Tag mit ihnen und ihren Freunden gemütlich beim Bier ausklingen. Es geht nicht um die schnellste Abfahrt, um das größte Können, sondern um eine gute Zeit am Berg, um das Staunen und Erleben und das Genießen danach. Die Grialetschhütte empfängt uns warmherzig mit einem tollen „Znacht“ und warmen, dicken Decken in unserem Schlafgemach. Es ist und bleibt ein einmaliges Erlebnis, auf einer Berghütte zu übernachten – es hat etwas Puristisches und Abenteuerliches und vor allem kommt man wohl selten so leicht mit anderen Menschen ins Gespräch.

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Die schmalen Trails entlang der Hänge verleiten oft dazu den Blick schweifen zu lassen.

Einer für alle…
Der folgende Tag soll nicht weniger abenteuerlich werden. Eine knackige Abfahrt zurück Richtung Dürrboden und hinauf zum Scalettapass stehen an. Pünktlich zum Sonnenaufgang starten wir gut gestärkt ins Abenteuer. Wir passieren den Furggasee, aus dem heraus sich der Furggabach seinen Weg hinab ins Tal sucht. Der See liegt blauschimmernd in der Morgensonne zwischen schroffem Gestein. Doch selbst dieses schimmert in unterschiedlichsten Tönen, wenn man sich die Zeit nimmt, genauer hinzuschauen. Hier auf 2.500 Meter sind es nicht so sehr die großen Kontraste, sondern eher die feinen Nuancen, die uns in ihren Bann ziehen. Wir folgen dem Furggabach bis hinab nach Dürrboden. Nun folgt der Anstieg zum Scalettapass. Wir sind ganz bei uns, in einer gefühlt anderen Welt. Von Zivilisationsresten ist nicht mehr viel zu sehen – der Weg, einige kleine Hütten, mehr nicht. Vom Scalettapass traversieren wir hinüber zum Sertigpass. Die Bikes haben wir uns mittlerweile auf die Schultern gepackt. Ich mag diesen Belastungswechsel und auch das damit verbundene meditative Gehen – bringt es doch gerade in solche hochalpinen Abenteuer noch einmal einen anderen Fokus. Am Sertigpass angekommen rasten wir noch einmal, nehmen uns Zeit für Ausblick, Jause und einen Blick in die Karte. Doch schon der Blick auf den Weg und in die Weite zeigt uns, dass es im wahrsten Sinne des Wortes episch wird. Vorfreude macht sich breit.

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Die Beschilderung im alpinen Gelände dient Wanderern und Bikern zugleich.

Nach Vorfreude kommt Flow
Der Weg ist alpin und technisch und wartet immer wieder mit kleinen Herausforderungen auf. Genau das, was man in dieser Höhe eben erwarten kann und genau das, was wir wollten. Wir sind glücklich. In Sertig-Dörfli angekommen verschnaufen wir kurz und überlegen, wie es weitergeht. Wir könnten linker Hand dem Alps Epic Trail folgen, doch für heute ist es genug. Wir rollen das Tal hinab bis nach Davos und weiter zum See. Wo sonst sollten wir dieses Abenteuer beenden? Und so finden wir uns mit den Füßen im Wasser und einem Bier in der Hand mit neuen Bekanntem beim Erzählen. Gut, wenn manches so bleibt, wie es war und man dennoch immer wieder Neues entdecken kann. 

"Der Weg ist alpin und technisch und wartet immer wieder mit kleinen Herausforderungen auf. Genau das, was man in dieser Höhe eben erwarten kann und genau das, was wir wollten."

Die oft alpinen Trails sind teilweise richtig kniffelig und erfordern viel Geschick.

Die Bündner Bauernhäuser sind ein wahrer Augenschmaus.

Swiss Epic – ab 2019 in Graubünden
Das Swiss Epic steht für ein anspruchsvolles, mehrtägiges Etappenrennen, umgeben von den atemberaubenden, schneebedeckten Bündner Alpen. Die jährlich wechselnden Strecken fordern Ausdauer, Durchhaltevermögen sowie Geschick. In Zweierteams, egal ob Profi oder passionierter Freizeit-Mountainbiker, hat man die Möglichkeit, das Biken in seiner ursprünglichsten Form zu erleben und dabei die schier unendlichen, magischen Singletrails in Graubünden zwischen Davos, St. Moritz, Lenzerheide, Flims und Scuol zu entdecken – Übernachtungen inklusive. Das Swiss Epic ist ab 2019 (für mindestens fünf Jahre) das europäische Qualifikationsrennen für das Absa Cape Epic in Südafrika (2020–2025). Das System funktioniert genau wie bei der Ironman-Serie – über die weltweiten Qualifikationsrennen gelangt man schlussendlich nach Hawaii. Weitere Qualifikationsrennen der Epic Series finden beispielsweise in Amerika oder Neuseeland statt.
www.swiss-epic.com

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Wer hoch hinaus will, der findet in Davos genügend Gipfel für sein Bike & Hike Abenteuer.

Zu unseren Hotel Tipps und zur Region

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