Schwarzwald

Text Holger Schaarschmidt & Bild Andreas Meyer
Geschichten

Enthusiasmus, Engagement und viel ehrenamtlicher Einsatz

Wälder, idyllisch gelegene Täler, Moore, schroffe Felsen und freie Bergrücken mit überwältigender Fernsicht prägen den Schwarzwald.

Besondere Menschen und Landschaften

Doch macht das größte deutsche Mittelgebirge noch viel mehr aus als die eindrucksvoll vielfältige Landschaft. Es sind die besonderen Menschen, die ihn auszeichnen. Der Leidenschaft Mountainbiken verbunden, machen sie ihre Heimatregion für sich und radsportbegeisterte Gäste zu einem lohnenswerten Ziel – mit Enthusiasmus, Engagement und viel ehrenamtlichem Einsatz.

Aus der Bike Region Schwarzwald

Baiersbronn – trotzig und aufgeschlossen.
Mit leuchtenden Augen und vor Begeisterung für seine heimatlichen Trails übersprudelnd, empfängt uns Jörg Möhrle, der wohl einzige Hotelier, der sich seinen Kindheitstraum eines Baumhauses in Form einer Baumhaussauna erfüllt hat. Wir sind, von Gerüchten über die Zwei Meter-Regel in BaWü vorurteilsbehaftet, ungläubig, als er uns von den zahlreichen Trails um Baiersbronn berichtet – übrigens mit nur 14.000 Einwohnern die flächengrößte Gemeinde des Bundeslandes nach Stuttgart und in der Zahl an Sterneköchen der Landeshauptstadt sogar überlegen. Jörg sowie Patrick Schreib, Tourismusdirektor und ebenfalls Überzeugungstäter in Sachen Mountainbiken, begleiten uns zur „Steile Hänge Tour“, bei der uns die sprichwörtlichen Tomaten in Form von Tannenzapfen von den Augen fallen: Singletrails ohne Ende! Wie eine Achterbahn schwingen sich die Forstwege die Hänge hinauf, geben hier und da den Blick ins Murgtal frei, um sogleich als astreine Trails in herrlichen Kurven und anspruchsvollen Steilstücken den Adrenalinspiegel ansteigen zu lassen – und kurz darauf auf feinstem Nadelteppich dem Talgrund entgegenzustreben.

Hochschwarzwald – Panoramareich.
Auf 140 Kilometern und 4.000 Höhenmetern verbindet der panoramaverwöhnte „Gipfeltrail Hochschwarzwald“ die schönsten Plätze des Hochschwarzwalds, gekennzeichnet durch lange Anstiege, tolle Abfahrten und ursprüngliche Wälder: den Feldberg mit Titisee und Schluchsee, den Bikepark von Todtnau mit dem Aussichtsberg Stübenwasen und der längsten Bank, der Hochfirstschanze, und diese wiederum, wenn man so will, mit Schwarzwälder Kirschtorte und brennenden Waden. Denn die Tour ist nicht für Profis, von denen es in der Region zwar einige gibt – etwa Sabine Spitz, Markus Bauer oder Moritz Milatz – sondern als flexibel planbare Mehrtagesroute konzipiert, die Fahrspaß für jedermann bietet. Auch für E-Biker ist die Tour durchaus attraktiv. Die Strecken verlaufen größtenteils auf befestigten Forstwegen und netten Trailabschnitten.

Mountainbiken Schwarzwald Tour Titisee

Ausblick auf den Titisee vom Hochfirst. Der "Gipfeltrail Hochschwarzwald" bietet auf 140 km zahlreiche Panoramablicke.

Sasbachwalden – Wein und Trails.
Monatelang haben die Mitglieder des Vereins Bikesport Sasbachwalden e. V. in mehr als 3.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit den zweiten Teil – „Pfad Zwo“ – aus dem Waldboden gezaubert. Dieser erweitert den vorhandenen Alpirsbacher Klosterbräu Schwarzwaldtrail, der seinerseits schon 4.000 Stunden und ungezählte Schaufelschwünge kostete, auf eine derzeitige Gesamtlänge von fast sieben Kilometern und 600 Tiefenmetern. In zahlreichen Wellen, Anliegern, Sprüngen und sogar Northshore-Elementen zirkelt der flowige Singletrail durch die Wälder an der Westseite der Hornisgrinde. Vergleichbar lange Trails kennt man sonst nur aus den Alpen. Hat man das Ende des Trails am Rand der Weinberge erreicht, kann man sich bei Rudolf Spinner, Brandmeister, Gastwirt und lokale Ikone, deftig stärken, bevor man mit dem Shuttlebus entspannt zurück zum Start gelangt. Sportlich Ambitionierte sollten einen Abstecher zur 1.163 Meter hohen Hornisgrinde mit sensationellem Panoramablick und den nahen Mummelsee nicht verpassen.

Freiburg – pulsierende Mountainbike-Metropole.
Über so regen Zulauf in so kurzer Zeit würde sich wohl so manche Partei freuen: 2011 gegründet zählt der mountainbike freiburg e. V. mittlerweile mehr als 1.300 Mitglieder. Eine Gruppe Locals rief ihn ursprünglich ins Leben, um den „Borderline“-Trail vom Rosskopf in die Stadt zu bewahren. Seitdem sind weitere Singletrails entstanden, die einen Vergleich mit alpinen Trails nicht scheuen müssen: Zwar gebaut, aber dennoch naturbelassen; mit eigenem Charakter und hier und da mit Sprüngen oder Gegenanstiegen schlängeln sich die Pfade über herrlichen Waldboden lichter Buchen-Mischwälder. Mein persönliches Highlight: der „Badish Moon Rising“, der vom Schauinsland – der Gipfel heißt tatsächlich so und das nicht zu Unrecht – über den Kybfelsen mit seiner herrlichen Aussicht auf Freiburg und die Oberrheinische Tiefebene führt und schließlich in der Sternwaldwiese endet, wo man am Waldsee idyllisch und lecker futtern kann. Das Käffchen gibt's schließlich am Biosk, dem (Bike)Szenetreff und der Drehscheibe für die weiteren Touren um die Bike-Metropole. 

Mountainbiken im Schwarzwald 88

Baiersbronn: Singletrails ohne Ende. Die Gemeinde war die erste mit ausgewiesenen Single-Trails. Die Beschilderung ist vorbildlich!

"Der Schwarzwald bietet keine hochalpinen Gipfel, dafür aber umso schönere Mittelgebirgtrails. Zudem haben wir um Freiburg und mit dem lokalen Mtb-Verein eine so lebendige Bikeszene wie vermutlich nirgendwo sonst in Deutschland. Das legale Streckennetz wächst ständig und bietet genug Spaß, um mehrere Tage biken zu gehen."
Jakob Breitwieser, in natura und bei youtube durch besonders lässige Fahrweise auffallend. Jugendtrainer des mtb-freiburg e.V.

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