Alps Epic Trail in Davos

Text Mirjam Milad Bild Andreas Meyer
Geschichten

Mehr als 80% Singletrail Anteil

Davos Klosters ist bekannt für seine abwechslungsreichen Trails, die sich mithilfe der vielen Bergbahnen zu langen Touren kombinieren lassen. Mit 45 Kilometern und 2. 000 Tiefenmetern ist der Alps Epic Trail der längste Singletrail der Schweiz. Erfahrene und vor allem ausdauernde Biker werden mit einem großartigen Erlebnis belohnt.

"Mein Lieblingstrail ist der Trail vom Flüelapass nach Tschuggen."
Marco Kocher

Es ist frisch früh morgens am Jakobshorn. Jetzt, Anfang September, hat der erste Schnee die höchsten Gipfel mit einer feinen, weißen Schicht bestäubt wie einen Gugelhupf mit Puderzucker. Für uns die schönste Zeit im Jahr zum Biken. Die Temperaturen angenehm, die Sonne am Himmel und die Landschaft im Herbstgewand: Goldene Lärchen und rotverfärbte Blätter der Beerensträucher bringen die Hänge förmlich zum „Brennen“.

Auf dem Alps Epic Trail

Wir haben heute einiges vor, denn wir wollen den Alps Epic Trail fahren – der 2014 als einzige Route der Schweiz von der International Mountain Bicycling Asscociation (IMBA) als Epic Trail „geadelt“ wurde. Die Kriterien: das Landschaftserlebnis, mehr als 80 Prozent Singletrail Anteil und eine Mindestlänge von 20 Meilen, also gut 32 Kilometern. Etwas mehr als 600 Höhenmeter gilt es bergauf zu bewältigen; dem gegenüber stehen rund 2.000 Tiefenmeter.

Alps Epic Trail in Davos
Alps Epic Trail in Davos

Glücksgefühle von Anfang an

Vom Jakobshorn geht es in Richtung Sertig Dörfli. Nach einem kurzen Anstieg zweigt ein Trail rechts ab und führt uns erst parallel zum Hang, dann über mehr als 700 Tiefenmeter hinab ins Sertigtal. Spaß hat, wer die Bremsen etwas offen lässt, sich so mühelos über steinreiche Passagen hinwegbewegt und durch die Kurven pusht. Die zunehmend weiteren Radien in Kombination mit einer fantastische Bergkulisse – Mittaghorn, Plattenflue und Hoch Ducan recken sich hinter Sertig in den Himmel – sorgen für wahre Glücksgefühle. Der Beginn des Alps Epic Trails lohnt auch schon für sich alleine.

Verdiente Auszeichnung

Im idyllischen Dörfli heben wir uns die Einkehr für ein andermal auf und nehmen den nächsten Uphill in Angriff: Oberhalb des Sertigbachs führt ein Trail in sanfter Steigung auf den 2.106 Meter hohen Äbirügg. Hier lassen wir den Äbirügg Trail rechts liegen und wählen den Weg vorbei am Bergrestaurant Rinerhorn. Kurz dahinter folgen wir der SchweizMobil Route Nr. 335 in Richtung Monstein, einem sehr abwechslungsreichen Trail, der mal durch offenes Gelände, mal durch Nadelwald, mal flowig, mal etwas technischer über Hauder- und Oberalp bis nach Monstein leitet. Hier gönnen wir uns eine kurze Einkehr, doch der nächste Uphill wartet schon … Bis Teuf Zügji geht es bergauf, dann, teils steil und ausgesetzt, bergab bis kurz vor das Walserdörfchen Jenisberg und weiter ins Tal. Unten folgen wir der alten Zügenstraße in die Zügenschlucht, durch die sich das Landwasser schäumend seinen Weg bahnt. Beim Bärentritt stürzt sich eindrucksvoll ein Wasserfall in die Tiefe und wir legen die obligatorische Fotopause ein. Mittlerweile neigt sich der Tag schon dem Ende zu. Im letzten Licht geht es nach Filisur, wo wir auf den Zug zurück nach Davos warten. Was für ein Tag! Wir sind uns einig: Der Alps Epic Trail hat seine Auszeichnung verdient!

Nachgefragt

Während der Sommersaison kümmert sich die Trail Crew Davos täglich um die Trails der Region. 2013 auf Initiative der Destination Davos Klosters gegründet, wird sie von der Destination, der Gemeinde und den Bergbahnen getragen. Leiter Marco Kocher, 42, kümmert sich um Verwaltung und Planung, ist mit dem Grundeigentümer, Bauern und Bergbahnen im Austausch und unterstützt die Destination Davos Klosters bei bikespezifischen Themen.

Alps Epic Trail in Davos Marco Kocher

Marco Kocher, Leiter der Trail Crew

Mirjam Milad: Marco, wie arbeitet die Trail Crew?

Marco Kocher: Als klassische Wegeunterhalter arbeiten wir meistens von Hand, seltener mit einem kleinen Raupenbagger. Zusammen mit dem Werkbetrieb der Gemeinde unterhalten wir in Davos etwa 600 bis 700 Kilometer Wegenetz, kümmern uns um Beschilderungen, montieren Zaundurchgänge und verhindern Abkürzungen, damit keine wilden Trails entstehen. Die Idee ist, die Biker dahin zu lenken, wo ein attraktives Angebot besteht; und das funktioniert echt gut. Um die Erosion zu reduzieren und das Wassermanagement zu verbessern, bauen wir beispielsweise kleine Ableitungen. Wo tiefe Spuren durch Biker oder Wanderer entstanden sind, betten wir sie mit Steinen aus und verfüllen sie mit Erdmaterial.

Mirjam Milad: Konzentriert ihr euch auf die Trails, die überwiegend von Bikern ­genutzt werden?

Marco Kocher: Ja, wir fokussieren uns auf die Wege, die am meisten von Bikern genutzt werden. Wir treffen uns täglich am Werkhof mit dem Wanderwegeteam, dessen Priorität ganz klar auf den Wanderwegen liegt. Wir tauschen uns aber aus und helfen uns gegenseitig, wenn zu viel Arbeit ansteht. Das ist ein sehr angenehmes Miteinander.

Mirjam Milad: Dein Trail Tipp für uns?

Marco Kocher: Ich finde die Vielfältigkeit in Davos cool, ich kann mit den Bahnen shuttlen, aber auch Touren fahren. Mein Lieblingstrail ist der Trail vom Flüelapass nach Tschuggen. Ein cooler Trail, der von allem etwas hat. 

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